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Freitag 20:00 Uhr
Axel Pätz

„Süß in der Melodie und Bitterböses auf der Zunge, der Endfünfziger weiß, wovon er spricht.“

WAZ

Axel Pätz

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Tastenkabarett

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Die Erde ist uns untertan, wir haben alles, was der Mensch braucht und was kein Mensch braucht, haben wir doppelt und dreifach. Wir kommen an die entlegensten Winkel der Welt, in die tiefsten Tiefen, auf die höchsten Gipfel, wir kommen auf den Mond, auf den Mars, nur auf eines kommen wir nicht: Auf die Idee mal innezuhalten, uns mal zu fragen: Wo führt das alles hin?
Denn egal, was wir haben , wir brauchen MEHR! Logisch: "Her damit" klingt doch viel dynamischer als: "Bin bisher auch ganz gut ohne klar gekommen." Zu "mehr!" gibt es nur eine einzige Alternative: Noch mehr!
Klar, bei so rasantem Fortschritt muss man Widersprüche in Kauf nehmen: Wer sich alle drei Jahre einen neuen SUV kaufen will, kann nun mal nicht mehr als 1,99 € für ein Kilo Schweinefleisch zahlen. Wir haben Waschmittel für blütenweiße Hemden, aber braune Flecken in der Gesinnung kriegen wir einfach nicht raus.
Die größten Ängste der Deutschen sind nicht mehr Hunger, Armut, Krieg, sondern Tempolimit, kein Klopapier mehr und dass der Syrer von nebenan den schöneren Gartenzwerg hat.

Und keiner kann der Maximierungs-Falle entkommen. Daher spielt Axel Pätz in seinem aktuellen Soloprogramm sechshändig Klavier und Akkordeon, bedient simultan mit den Füßen eine lebensgroße Klappmaulpuppe und intoniert dazu ein sechsstimmiges Gregorianisches Obertonmadrigal.
Nebenbei erobert er sich die musikalische Deutungshoheit über den heiß diskutierten Heimatbegriff, und auch große Emotionen kommen nicht zu kurz: Spätestens bei der herzzerreißenden Ballade vom Altglascontainer wird man mitfühlend seufzen: "Mehr!".

http://www.axelpaetz.de