09. Juli Tickets
Donnerstag 19:30 Uhr
AND NOW HANAU

Das Stuttgarter Theaterhaus macht in seiner neuen Schauspiel-Produktion 'And now Hanau' deutlich, wie bitter nötig es ist, daran zu erinnern.

Stuttgarter Zeitung

AND NOW HANAU

Dokumentartheater von Tuğsal Moğul
Stück-Dauer: 1,5 Std.

Solidarisches Preissystem: 10€ /15€ /20€ /25€

AND NOW HANAU? Wie geht es weiter nach dem rassistisch motivierten Terroranschlag vom 19. Februar 2020 in Hanau, der sich in das kollektive Gedächtnis der Bundesrepublik eingebrannt hat? Neun Menschen werden an diesem Abend kaltblütig und aus rein rassistischen Motiven ermordet. Neun Leben, die aus purem Hass blindwütig ausgelöscht wurden.

Doch die Rekonstruktion der Ereignisse wirft mehr Fragen auf, als sie Antworten liefert. Wie konnte es zu einem Organisationsversagen eines solchen Ausmaßes kommen? Warum machten verschlossene Notausgänge den Opfern eine Flucht unmöglich? Warum war die Notrufzentrale nicht ausreichend besetzt? Und warum haben Staatsanwaltschaft und Polizei einen offensichtlichen Unwillen bei der Aufklärung des Tathergangs?
Fragen, die der 1969 in Neubeckum (Westfalen) geborene Theaterautor, Regisseur, Schauspieler und Arzt Tuğsal Moğul stellt. Zusammen mit der Initiative 19. Februar, einer Initiative der Angehörigen der Opfer und der Überlebenden, greift er die Ereignisse rund um die Mordnacht auf und gibt damit den Betroffenen das Wort. Also denen, die selbst noch mit Behördenwirrwar und fremdenfeindlichen Ressentiments konfrontiert wurden.
Im Rahmen eines Rechercheprojektes versuchen Tuğsal Moğul und die Initiative größtmögliche Transparenz eines völlig intransparenten Ereignisses zu schaffen. Sie bringen die Realität im Rahmen eines Dokumentartheaters auf die Bühne, schaffen so eine würdige Erinnerung an die Tat.
Es geht um lückenlose Aufklärung des Geschehens und um eine kritische Betrachtung des Vorgehens der staatlichen Behörden und der Polizei und politische Konsequenzen. Und es geht natürlich um Gerechtigkeit. Für die Opfer und die Hinterbliebenen.

'And now Hanau' hat ein hohes Tempo, die Informationen sind dicht gepackt, eine Mischung aus Gerichtsprotokollen, Aussagen, O-Tönen. Zwischendrin gibt es eine Schweigeminute für die Opfer. Als die Vorführung zu Ende ist, herrscht Betroffenheit – KONTEXT:Wochenzeitung

Wir empfehlen das Stück ab 17 Jahren / gymnasiale Oberstufe. Interessierten Lehrer:innen empfehlen wir dringend, vorab ihre Gruppe inhaltlich vorzubereiten, eine vor- und nachbereitende Begleitmappe mit Materialien ist hier bereitgestellt.

AND NOW HANAU will eine veränderte Perspektive auf das Geschehene schaffen und fordert einen gesellschaftlichen Prozess der Reflektion und Konsequenzen. Um diesen Prozess in die breite Öffentlichkeit zu tragen, erarbeitete das Produktionsteam eine reduzierte Variante der Theaterhausinszenierung, die Gastspiele in einem größeren Rahmen ermöglicht. Mit dieser Version ist das Stuttgarter Ensemble am 09. & 10.07.2026 zu Gast bei uns im E-WERK Freiburg.
Content-Note: Das Stück rekapituliert den rassistisch motivierten Terroranschlag von Hanau am 19. Februar 2020. Thema sind unter anderem Gewalt, Rassismus und Diskriminierung.
Im Anschluss an die Vorstellungen wird es ein Publikumsgespräch geben.

*Begleitend findet am 08.07.26 in der FABRIK ein (Trainings-) Workshop der „Stammtischkämpferinnen“ statt, der sich an alle Interessierten richtet, die extrem rechten, rassistischen, diskriminierenden Positionen im Alltag argumentativ entgegentreten wollen. **

Eine Produktion des Theaterhaus Stuttgart
Mit: Larissa Ivleva , Katja Schmidt-Oehm, Ufuk Oehlerking, Stephan Moos, Irfan Kars
Regie: Werner Schretzmeier
Bühnenbild & Kostüme: Gudrun Schretzmeier
Dramaturgie: Brigitte Luik
Video: Marcin Wierzchowski
Regieassistenz: Raluca Urea
Bühnenbildassistenz: David Fitzgerald
Kostümassistenz: Christine Lange
Requisite: Beate Mergel
Bühnenbau: Marc Dobmaier
Philipp Jonathan Tewald
Lichtdesign: Mathieu Arnal
Technik Licht: Raphael Recordon; Samuel Schubert
Technik Bild & Ton: Gunnar Hälsig, Joshua Schüder
Aufführungsrechte: Rowohlt Theater Verlag

Eine Kooperation von E-WERK Freiburg, FABRIK Freiburg und Theaterhaus Stuttgart.
Gefördert durch den Innovationsfonds Kunst des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg.